Nieburg setzt auf drei Buchstaben

Okt 4th, 2009 | von | Kategorie: Hersteller, Küchenmeile A30, Löhne
Nieburg-Geschäftsführer Frank Hesseldieck

Nieburg-Geschäftsführer Frank Hesseldieck

Bevor Frank Hesseldieck durch die Ausstellung führt, macht er einen kleinen rhetorischen Trommelwirbel: „Was sie hier sehen, ist das Ergebnis von einem Jahr Arbeit.“ Am 1. September 2008 holte der neue Eigentümer Bruno Fortmeyer  Hesseldieck in die Geschäftsführung von Nieburg-Küchen. Das Eigenlob nach zwölf Monaten Arbeit verteilt Hesseldieck aber sogleich auf mehrere Schultern.
Im Team hätten Mitarbeiter und Führungscrew bei Nieburg Qualität und Leistung greifbar gemacht. Vereinfacht dargestellt haben sich die 112 Mitarbeiter auf ihre vier Buchstaben gesetzt und das Geschäft nach der Insolvenz im Dezember 2007 und dem Eigentümerwechsel auf das wesentliche konzentriert.
Herausgekommen ist das neue Küchenprogramm von Nieburg, das nur noch drei Buchstaben kennt: n, e und g. Diese drei Buchstaben sind die neuen Design-Linien des Küchen-Programms. Unter „N“ versammelt Nieburg die Küchen, die am besten bei den Kunden ankommen. „E“ steht für Emotion und den Anspruch an hohen Komfort. Unter „G“ wie Gestaltung lässt Nieburg der Fantasie freien Lauf und versammelt die großen und kleinen Extras des Küchenverkaufs.
Seit der letzten Hausmesse vor einem Jahr hat das Unternehmen nach Angaben von Hesseldieck rund 120 neue Kunden gewonnen. „Wir sind mit etwa 40 gestartet.“ Das Ziel bis 2010 sind mindestens 300 neue Kontakte. Dabei konzentriert sich Hesseldieck auf Küchenstudios und große einzelne Kunden.
Überzeugen will Nieburg unter anderem mit der neuen Spitzenküche namens „Natura“. Sie hat in der Ausstellung einen eigenen Raum bekommen. „Diese Küche spielt in einer anderen Liga“, sagt Hesseldieck. Auf den ersten Blick zeigt die Küche viel Holz. Verarbeitet wurde Tischlerplatte mit Walnuss- oder wahlweise Eiche-Furnier und im Innern Edelstahl.
Die branchenüblichen Trends hat Nieburg selbstverständlich auch in den eigenen Küchen gebaut: Schränke, die sich wie von Geisterhand öffnen, wenn man anklopft oder grifflose Fronten, die man nur anzuticken braucht, wenn mal gerade keine Hand frei ist. Dabei gehören grifflose Küchen gar nicht zu den meistverkauften. Jedenfalls nicht hierzulande. Nur acht Prozent der in Deutschland verkauften Nieburg Küchen haben keine Griffe. In den Niederlanden sieht das anders aus. Da fordern 30 Prozent der Kunden die grifflose Variante.
Was den Export betrifft, leidet Nieburg nicht unter der Weltwirtschaftskrise wie die Mitbewerber. Hesseldieck: „Wir waren nicht im Ausland vertreten, also konnten wir dort auch nichts verlieren.“ Im Gegenteil: Aus den Niederlanden vermeldet Nieburg kleine Zuwächse. Die Insolvenz des ehemaligen Großkunden Quelle hat Nieburg nach Angaben von Hesseldieck nicht mehr treffen können. Nieburg hatte sich rechtzeitig von dem Großkunden gelöst. Das Kerngeschäft macht Nieburg aber weiterhin im Inland. „Unser tägliches Brot ist die Küche für rund 5.000 Euro“, sagt Hesseldieck. „Mit und ohne den Namen Nieburg.“ Diese Küche kauften die Kunden gern, vor allem in weiß. Das Weiß heißt bei Nieburg „Magnolia“.
Zur Halbzeit der Hausmesse zieht Hesseldieck eine positive Bilanz: „Wir hatten schon jetzt so viele Kundenkontakte wie im letzten Jahr.“ Das lasse auf ein deutliches Plus bei den Aufträgen hoffen. Spätestens 2010 soll Kurzarbeit kein Thema mehr bei Nieburg sein. Hesseldieck: „Ich hoffe, dass wir noch dieses Jahr zwei, drei Monate durcharbeiten.“

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